Die Weiten der Wüste erforschen

Deira - Herz einer Weltmetropole

Dubai © erikapalla - Fotolia.comDas besondere an Superlativen ist, dass sie sich nicht verbessern lassen werden. Aber man kann ihren Ursprung erforschen und somit ihrer Unnachahmlichkeit auf den Grund gehen. Eine ganz besondere Offenbarung und weltweit einmaliger Superlativ ist Dubai, das durch seine vielschichtige Ausrichtung die unterschiedlichsten Interessen zusammenführt und bündelt. Ganz gleich ob Freihandelszone, Finanzmekka, architektonisches Wunder, Wohlfühloase oder exotischer Orient, der heimliche und eigentliche Star ist Deira, das frühere Stadtzentrum und Startpunkt der globalen Erfolgsgeschichte Dubais.
Deira liegt direkt am östlichen Mündungsufer des Dubai Creek, einem Seitenarm des Persischen Golfs, der auf 14 km Länge die Stadt teilt und von jeher geografisch prägendes Merkmal für eine Besiedlung war. Der natürliche Hafen des Creeks und seine günstige Lage, auch zum Iran und den Weltmeeren, bilden den kulturgeschichtlichen Siedlungsrahmen, der sich auf 4000 Jahre zurück verfolgen lässt. Die Region war immer wieder von Fischern und Händlern beheimat und wichtige Karawanenstation sowie antiker Knotenpunkt von Handelsrouten zwischen dem Oman und Irak. Die wirklich bedeutsame Geschichte von Deira und Dubai beginnt erst im Jahr 1833, als sich 800 Mitglieder der Bani Yes unter der Führung der heutigen Herrscherfamilie Maktoum an der Creekmündung ansiedeln. Nach der Lossagung von der Vormundschaft Abu Dhabis entwickelte sich Deira schnell zu einem Stadt- und Handelszentrum. Der direkt benachbarte Hafen wuchs zum wichtigsten Warenumschlagsort an der Golfküste heran und bis zur Jahrhundertwende manifestierte sich in Deira der größte Souk in ganz Arabien. Bis 1940 blieb die Perlenfischerei größter Wirtschaftsfaktor und lässt die Stadt im Binnenhandel und international florieren, was die Immigration von zahlreichen Siedlern und Händlern zur Folge hat. In diesen Zeitraum fällt auch die Gründung des Dubai Gold Market in Deira (Gold Souk) durch indische und iranische Unternehmer, der erstmalig auch Touristen nach Dubai lockt. Letzter und bis heute wirkender Meilenstein ist der Öl-Fund von 1966 im Dubai-Fateh-Feld.

Reisen Dubai anno 2011Kennzeichen der finanziellen Liquidität ist das bis in die Gegenwart anhaltende Investieren in den Ausbau der Stadt zu einem Touristenmagnet. Obwohl Deira vor allem durch die Expansion entlang der neu gebauten E11 viel an seinem Einfluss abgeben musste, entsinnen sich Touristen und Besucher im Verlauf ihrer Stadterkundung immer wieder der eigentlichen Identität Dubais und kehren zu Shopping und bummeln in das historische Zentrum zurück. Die Souks mit seltenen Gewürzen, Textilien und Souvenirs laden zum Steuerfreuen Einkauf ein und haben nichts von ihrem früheren Charm verloren. Allein der Gold Souk wartet mit gut 300 Geschäften auf seine Kunden und bei einem ständigen Angebot von 10 Tonnen an Gold, Schmuck, Diamanten oder Juwelen bietet sich insbesondere in der abendlichen Dämmerung Spektakuläres. Gegenwärtig werden in Deira vornehmlich alte Plätze und Hinterhöfe sanft restauriert, sodass zukünftige Gäste verstärkt von der historisch aufgefrischten Atmosphäre profitieren können. Neben Restaurants, Denkmälern und Museen zählen weiterhin die Al Futtam Moschee, die Deira Tower und Al Ghurair Shopping Center zu den Attraktionen.

Übrigens 

TansaniaAuf keinen Fall sollte man sich eine Fahrt auf dem Dubai Creek mit einem Wassertaxi (Arab) oder arabischen Dhow entgehen lassen, die direkt vor Deira anlegen und während einer Stadtrundfahrt eine faszinierende Sichtweise eröffnen und die Vielseitigkeit der Stadt verdeutlichen. Mit dem Dubai International Airport im Süden und Bau von Palm Deira im Norden vervollständigt sich das Bild des Stadtbezirks. Der Superlativ Dubai durchlief eine einmalige Entwicklungsgeschichte und aus Fischerdorf und 20.000 Einwohner Kleinstadt im Jahr 1954, wuchs eine Millionenmetropole mit Deira als altem und neuem Herz der Stadt.